W. O. von Horn Museum Manubach
Am 12. Juni 2004 wurde in Manubach ein Museum zur Erinnerung an den früheren Pfarrer und Schriftsteller Wilhelm Oertel alias W. O. von Horn eröffnet.
Friedrich Wilhelm Philipp Oertel wurde am 15. August 1798 in Horn im Hunsrück geboren. Nach einigen Jahren in Horn und Bacharach kam er 1812 nach Manubach, wo sein Vater die Pfarrstelle antrat. Nach seinem Studium der Theologie in Heidelberg kam er nach Manubach zurück und übernahm 1820 die Pfarrstelle seines inzwischen verstorbenen Vaters, die er bis 1835 innehatte.
Während dieser Zeit begann er unter dem Pseudonym F. W. Lips (Friedrich Wilhelm und die rheinische Kurzform von Philipp) zu schreiben. Er hatte lange Zeit nur mäßigen Erfolg, bis er 1845 den Roman Friedel unter einem neuen Pseudonym W. O. von Horn (Wilhelm Oertel von Horn) veröffentlichte. Dieses Buch wurde über 30 mal neu aufgelegt, bis in unsere Zeit.
Ab 1846 gab er die Spinnstube heraus, einen Jahreskalender mit Geschichten, Erzählungen, aber auch Ratschlägen für die Land- und Weinwirtschaft. Die Spinnstube wurde ebenfalls sehr erfolgreich. Er gab dann Sammlungen seiner Erzählungen heraus unter den Titeln Rheinische Dorfgeschichten, Des alten Schmiedjakobs Geschichten und Gesammelte Erzählungen. Die Spinnstube und die nachgenannten Erzählungssammlungen wurden von Ludwig Richter mit stimmungsvollen Holzschnitten illustriert.
Im Auftrag seines Verlegers schrieb er in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts 75 Volks- und Jugendbüchlein mit Erzählungen, Abenteuergeschichten, Biografien berühmter Menschen etc. Im Laufe der Jahre, bis in unsere Zeit, wurden mehr als 700 Publikationen von ihm veröffentlicht. Seine Werke wurden in viele Sprachen übersetzt. W. O. von Horn war zu seiner Zeit der meistgelesene Schriftsteller im deutschsprachigen Raum. Als letztes und schönstes Werk Oertels kam 1867 ein Prachtband unter dem Titel Der Rhein, Geschichte und Sagen seiner Burgen, Abteien, Klöster und Städte heraus. Dieses Werk wurde mehrmals neu aufgelegt, auch in englischer und französischer Sprache.
Nach seiner Pensionierung zog er nach Wiesbaden, wo er 1867 verstarb.
In unserem Museum werden viele seiner Schriften in Originalausgaben, einige Handschriften, ein Brief von Ludwig Richter an Wilhelm Oertel und viele Bilder gezeigt. Auch einige Raritäten sind zu sehen, z. B. eine Subscriptions-Ausgabe der Gesammelten Erzählungen in 50 Bändchen, englische und holländische Ausgaben seiner Erzählungen oder eine in Stenografie gedruckte Erzählung Oertels.
Eine Biografie mit Bibliografie ist im Museum oder bei der ev. Kirchengemeinde zu erwerben.
Öffnung des Museums in Manubach, Auf der Schadenbach 2 und der gegenüberliegenden St. Oswaldkirche sind jederzeit durch in einem Schaukasten am Eingang angegebene Nachbarn möglich.
Führungen kann man vereinbaren unter Tel: 06743/3362 (Karl-R. Mades) oder 06743/2350 (Pfr. Peter Schneider) Der Eintritt ist frei, Spenden sind jedoch willkommen!
Ev. Kirchengemeinde Oberdiebach-Manubach
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Julchen Blasius, die Braut des Schinderhannes
Die berühmteste deutsche Räuberbraut war zweifellos Juliana Blasius (1781-1851). Sie lebte drei Jahre lang mit dem legendären Räuber "Schinderhannes" (etwa 1777-1803), der bürgerlich Johannes Bückler hieß, zusammen. Ihr berüchtigter Geliebter wurde am 21. November 1803 mit 19 seiner Kumpane in Mainz geköpft. In französischen Dokumenten jener Zeit hießen die beiden "Julie Blaesius" und "Jean Buckler".
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Türme haben bei den Menschen von früheren Zeiten her eine besondere Bedeutung.
Sie hatten die verschiedensten Funktionen, und ihre Zahl ist kaum zu erfassen.. Genannt seien die Bergfriede der Burgen, Wehrtürme rund um Inseln, Türme in Stadtmauern, Wohntürme, Kirchtürme, |
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