Das Museum der Klosterruine Disibodenberg

bei Odernheim am Zusammenfluss von Nahe und Glan, nicht zuletzt als Lebens- und Wirkungsort Hildegard von Bingens bekannt, ist um eine beträchtliche Attraktion reicher. Ein gut erhaltenes Stück eines römischen Altars, das einen Speerwerfer zeigt und auf das 2. oder 3. Jahrhundert zu datieren ist, wird, nachdem es im Archäologischen Landesamt für Denkmalspflege in Mainz gereinigt, ausgemessen und wissenschaftlich erforscht zurückgegeben sein wird, das Museum um ein gewichtiges Stück bereichern. Mit den schon in früheren Grabungen gefundenen und im Museum präsentierten römischen Belegen, dürfte mittlerweile an der Präsens eines gewichtigen Heiligtums auf dem Berg kein Zweifel mehr bestehen.
Auch für das nächste, das 4. Jahrhundert wurden Indizien zusammengetragen; Scherben aus Terra Sigillata von Reliefs verziert, wie man sie aus dem vierten Jahrhundert aus den Argonnen kennt, lassen vermuten, dass in dieser Zeit der Disibodenberg ein römische Ansiedlung, vielleicht eine Fliehburg gewesen sein dürfte.
Auch für die Zeit nach Aufhebung des Klosters, das seine größte Blüte mit dem Wirken Hildegards von Bingen, die als 8jährige das Kloster betrat und als berühmteste Frau ihres Jahrhunderts nach mehr als 40 Jahren verließ, vorweisen kann, wurden Hinweise gesammelt. Mit einer auf 1562 datierten Ofenkachel des Hans Bermann zeigt sich, dass direkt nach der Aufhebung des Klosters Investitionen getätigt wurden, die sich im Rahmen hochherrschaftlicher Häuser bewegten, so Dr. Gerd Rupprecht, der Leiter der Grabung. Bermann hatte vor allem hessische Burgen und Schlösser mit Kacheln für beträchtliche Heizanlagen beliefert und sich nachgewiesen bis Wismar nahezu ein Monopol geschaffen.
Daneben legten die Ausgräber eine umfangreiche Ofenanlage, die ins 16. oder 17. Jahrhundert zu datieren ist, frei. Das Leben auf dem Kloster hat sich also auch nach der Aufhebung noch Jahrhunderte auf hohem Niveau gehalten. Im nächsten Jahr soll die Grabung, die sich erst dann in noch vollständig unberührtes Gebiet vorwagen kann, weitergeführt werden. Fragen hat der Berg noch viele zu beantworten. Zu einigen hat er sich nun geäußert.Wilhelm Meyer
Scivias Stiftung
Klosterruine Disibodenberg
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