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Julchen Blasius, die Braut des Schinderhannes

Die berühmteste deutsche Räuberbraut war zweifellos Juliana Blasius (1781-1851). Sie lebte drei Jahre lang mit dem legendären Räuber "Schinderhannes" (etwa 1777-1803), der bürgerlich Johannes Bückler hieß, zusammen. Ihr berüchtigter Geliebter wurde am 21. November 1803 mit 19 seiner Kumpane in Mainz geköpft. In französischen Dokumenten jener Zeit hießen die beiden "Julie Blaesius" und "Jean Buckler".
Juliana Blasius kam am 22. August 1781 als Tochter des Musikanten und Tagelöhners Johann Nikolaus Blasius (geb. 1751) in Weierbach bei Idar-Oberstein (heute Rheinland-Pfalz) zur Welt und wuchs dort auf. Das "Julchen" trat zusammen mit dem Vater und der Schwester Margarethe (geb. 1779) auf Märkten und bei Kirchweihen als Bänkelsängerin und Geigenspielerin auf.
Das Todesjahr von "Julchens" Vater und Schwester ist nicht mehr eruierbar. Denn die Kirchenbücher von Weierbach aus der Zeit von 1798 bis 1830 liegen nur noch in Bruchstücken vor. Daraus geht jedoch - nach Mitteilung des Pfarrers i. R. Erich Henn aus Idar-Oberstein - die Schreibweise des Familiennamens Blasius hervor. Als Vorname wird in der Literatur mitunter auch Juliane angegeben, als Familienname manchmal Bläsius.
Zu Ostern 1800 sah Johannes Bückler das 18-jährige "Julchen" zum ersten Mal auf dem Wickenhof bei Kirn, als es dort mit ihrem Vater und ihrer Schwester zum Tanz aufspielte.. Durch einen Komplizen bestellte er das "Julchen" und Margarethe zwei Wochen später in den Wald bei Weierbach - Flurbezeichnung Dollberg -, wo jemand wäre, der mit ihnen reden wolle.
Nach dem heimlichen Treffen im Wald bei Weierbach zog das "Julchen" fortan mit dem "Schinderhannes", der vor ihr schon acht andere Geliebte hatte, durch das Land. Vier der Geliebten sind namentlich bekannt: Elise Werner, Buzliese-Amie, Katharina Pfeiffer und Margarethe Blasius - ihre Schwester Margarethe war mit einem Spießgesellen des Hannes namens Peter Dalheimer liiert.
Beim Prozess gegen den Räuber erklärte das "Julchen" später, es sei als 15-Jährige mit Gewalt entführt worden. Diese Aussage dürfte eine Notlüge gewesen sein, denn das "Julchen" hätte später, wenn es in Abwesenheit des "Schinderhannes" als "Händlerin Ofenloch" unterwegs war, flüchten können.
Auf dem Höhepunkt seiner Macht um 1800 hielt sich der "Schinderhannes" mit dem "Julchen" und seiner Bande auf der halb verfallenen Schmidtburg im Hahnenbachtal oberhalb von Kirn auf. Die Burg war seit der französischen Annektion 1795 von ihren Besitzern verlassen worden. Im nahegelegenen Dorf Griebelschied feierte die Bande in einem Gasthof sogar einen öffentlichen "Räuberball".
Zusammen mit Johannes Bückler beteiligte sich "Julchen" Blasius mehrfach - teilweise in Männerkleidung - an brutalen Überfällen, bei denen sie es sogar in Kauf nahm, dass die Opfer - wie der Jude Wolff Wiener in Hottenbach - gequält wurden. In dem Roman "Unter dem Freiheitsbaum" (1922) der aus Trier stammenden Schriftstellerin Clara Viebig (1860-1952) wird die Räuberbraut als mutig, skrupellos, temperamentvoll und attraktiv dargestellt.
Zu einem heute nicht mehr genau bekannten Zeitpunkt brachte "Julchen" Blasius in Bruchsal (heute Baden-Württemberg) eine Tochter des "Schinderhannes" zur Welt, die bald starb. Während ihrer Gefangenschaft im Mainzer Holzturm gebar das "Julchen" am 1. Oktober 1802 einen Sohn des "Schinderhannes", der Franz Wilhelm getauft wurde. Im selben Jahr kam ihre Schwester Margarethe wegen Diebstahls und Herumlungerns ins Gefängnis nach Kaiserslautern.
Der Mannheimer Künstler Karl Mathias Ernst (1758-1830) porträtierte das "Julchen" mit dem Säugling an der Brust und den "Schinderhannes" mit Handschellen. Auf dem vermutlich geschönten Bild sind die drei herausgeputzt und auf Biedermeier-Idylle getrimmt dargestellt. Der Junge wurde später von dem Mainzer Zollwächter (Steuereinnehmer) Johannes Weiß adoptiert. Sein späteres Schicksal ist nicht bekannt.
"Julchen" Blasius wurde im Prozess gegen den "Schinderhannes" und seine Kumpane zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die verhältnismäßig milde Strafe beruhte darauf, dass ihr Geliebter sie während des Verfahrens immer wieder zu entlasten versuchte. Er sagte: "Ich habe sie verführt, sie ist unschuldig." Der Gerichtsort Mainz hieß damals Mayence und lag im französischen Département du Mont-Tonnere ("Donnersberg"), und der "Schinderhannes" wurde als französischer Staatsbürger "citoyen Jean Buckler" angeklagt.
Nach der Hinrichtung des "Schinderhannes" verbüßte "Julchen" Blasius ihre Haftstrafe im "Korrektionshaus" in Gent (Belgien). Nach ihrer Entlassung arbeitete sie zunächst als Dienstmädchen beim Pflegevater ihres Sohnes in Mainz. Bald darauf kehrte sie - vermutlich wegen Nachstellungen der Männer dieses Hauses - in ihren Heimatort Weierbach zurück.
In Weierbach ehelichte "Julchen" Blasius einen Gendarmen namens Uebel, der bald darauf während der Befreiungskriege starb. Am 2. Juli 1814 heiratete sie im Alter von 32 Jahren in Weierbach ihren verwitweten Vetter, den Ortspolizeidiener Johann Blasius. Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor, von denen allerdings nur zwei das Erwachsenenalter erreichten.
In späteren Jahren wurde Juliana Blasius zuweilen von in Weierbach durchreisenden Fremden neugierig bestaunt.. Dabei spendierte man ihr manchmal einen Schnaps, worauf sie sich als "Frau des Schinderhannes" brüstete. Als dies die Behörden erfuhren, erhielt das "Julchen" 1844 den Besuch eines Staatsanwalts aus Saarbrücken. Er befand, sie sei "reinlich gekleidet" und ,,noch gut konserviert". Bei der Unterredung bezeichnete sie die Zeit an der Seite ihres "ersten Mannes" als die schönste.
Juliana Blasius überlebte den "Schinderhannes" um 47 Jahre. Am 3. Juli 1851 starb sie im Alter von 69 Jahren in ihrem Heimatort an Wassersucht.
In der Literatur wird die "bekannteste Weierbacherin" unterschiedlich beurteilt. Die erwähnte Clara Viebig arbeitete ihre Rolle am deutlichsten heraus, entfernte sich aber auch relativ weit von den gesicherten Fakten weg, indem sie viele Episoden um "Julchen" in ihren eigenen Geburtsort Trier und ins Moseltal versetzte. Carl Zuckmayer (1896-1977) hielt sich mehr an die Fakten, machte das "Julchen" jedoch in dem Schauspiel "Schinderhannes" mehr zur Randf igur.
Während der 1990-er Jahre wurde in der Naheregion das Theaterstück "Julchen oder das zweite Leben" von Armin Peter Faust aus Weierbach häufig aufgeführt. Damals lebten in Weierbach noch mindestens acht Nachkommen des "Julchens".
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Hinweis: Die Biographie über Julchen Blasius stammt aus dem Buch "Superfrauen 1 - Geschichte" (ISBN 3-89811-417-1) von Ernst Probst.
Literatur:
Peter Bayerlein: Schinderhannes-Chronik
Peter Bayerlein: Schinderhannes-Ortlexikon

Daten im Leben des Schinderhannes


28. 2. 1758:        
Geburt des Johann (bzw. Johannes) Bückler (Vater des Schinderhannes) in Merzweiler als Sohn des Scharfrichters und Wasenmeisters Otto Philipp Bückler (auch Bickeler, Bickler, Pückler oder Böckeler geschrieben).

Um 1773:                
Nachdem Johann Bückler (wohl als Vierzehn- oder Fünfzehnjähriger das elterliche Haus verlassen hatte, diente er für vier oder fünf Jahre auf der rechten Rheinseite als Abdeckerknecht. Zuletzt arbeitete er als Knecht beim Wasenmeister Johannes Busch in Nastätten im Hintertaunus. Der Vater des Schinderhannes war somit nie Wasenmeister oder gar Scharfrichter, wie manchmal behauptet wird. Während seiner Zeit bei Johannes Busch lernte er die um drei Jahre ältere Bauerntochter Anna Maria Schmidt in Miehlen kennen.    
25. 7. 1777:       
Heirat von Johann Bückler mit Anna Maria Schmidt in Miehlen. Nach seiner Heirat als Neunzehnjähriger war Johann Bückler nie mehr im Abdeckergewerbe tätig.   

1777-1783:        
Durch die Hochzeit mit Anna Maria, die etwas Land mit in die Ehe einbrachte, wurde Johann Bückler zum Heppenhauer mit eigenem Haus in Miehlen. In die Zeit zwischen 1777 und 1783 fiel die Geburt von (mindestens) zwei Söhnen, darunter war auch der spätere Schinderhannes, der vermutlich 1777 zur Welt kam.

1783/1784:           
Nach einem entdeckten Diebstahl der Mutter des Schinderhannes floh die Familie aus Miehlen (angeblich wollte Johann Bückler nach Polen auswandern). Das Haus der Bücklers wurde nach der Flucht der Familie von Amts wegen zwangsversteigert.

11. 6. 1784:            
Während der Flucht verpflichtete sich der Vater des Schinderhannes für ein Werbegeld von 35 Gulden zum Eintritt in das kaiserliche Heer für sechs Jahre. Die Anwerbung erfolgte an einem unbekannten Ort "im Reich“ (d. h. wohl irgendwo in Süddeutschland). Johann Bückler wurde dem kaiserlichen Infanterieregiment Nr. 8 "Hildburghausen“ zugeteilt, das damals in Mähren stationiert war.

1785:               
Der Vater des Schinderhannes ist in Olmütz stationiert; wie damals üblich, folgte
ihm seine ganze Familie an diesen Standort. In Olmütz wurde ein weiterer Sohn namens Joseph geboren (Joseph wurde am 4.. August 1785 in Olmütz getauft und 1798 in Veitsrodt konfirmiert; 1798 wird er als Bauernknecht bezeichnet, sein weiteres Schicksal ist unbekannt).

Ca. 1786/87:         
Brünn in Mähren wird neue Garnisonstadt des Vaters des Schinderhannes; seine ganze Familie folgte ihm auch an diesen Standort. Dort kam am 21. Januar 1787 ein weiteres Kind zur Welt, das auf den Namen Aloysia Agnes getauft wird. In den erhaltenen Musterlisten des k. k. Infanterieregiments Nr. 8 wird u. a. vermerkt, daß zur Familie ein neunjähriger Sohn gehört, der auf den Namen Johannes hört.    

Anfang 1787:      
Der Vater des Schinderhannes wurde zum "Grenz Cordons-Commando“ (d. h. Grenzkommando bzw. Grenzwache) an die schlesische Grenze abkommandiert.

21. 8. 1787:     
Der Vater des Schinderhannes desertierte über die Grenze nach dem preußischen
Schlesien und traf sich dort mit seiner Familie, die ihm über die Grenze nachgefolgt war (Österreich stand damals kurz davor, in den Krieg zwischen Rußland und dem Osmanischen Reich verwickelt zu werden; außerdem war es kurz zuvor zu einem Aufstand in den österreichischen Niederlanden gekommen und es wurden gerade Truppen in diese Provinz verlegt). Die preußischen Behörden schickten den Deserteur, den sie bereitwillig mit neuen Pässen versahen, in seine Heimat zurück.

Etwa 1794:                                       
Arbeit des Schinderhannes als Tagelöhner in preußischen Magazinen in Oberstein

Um 1795 (?):                                    
Der Schinderhannes arbeitete als Abdeckerknecht beim Scharfrichter Nagel in Bärenbach.
In dieser Zeit kam es vermutlich zu einem Felldiebstahl des Schinderhannes.

1795 (?):     
Erste Flucht (?) des Schinderhannes aus Bärenbach

1795(?):     
Erste Verhaftung des Schinderhannes, kurzer Prozeß durch den Bürgermeister von Kirn, Verurteilung zu 25 Stockhieben?   

Mitte/Ende 1795?:     
Der Schinderhannes arbeitete beim Wasenmeister Bückler in Sobernheim.

Wohl Oktober/November 1795(?):   
Vorfall auf Hof Iben, Diebstahl von Lebensmitteln aus französischen Proviantwagen (?);
kurze Verhaftung durch die Franzosen (?)   

(Frühjahr bis Spätherbst 1796?), sicher: Herbst 1796:     
Der Schinderhannes arbeitete erneut als Abdeckerknecht beim Scharfrichter Nagel in Bärenbach, der ihn wieder bei sich aufnahm, weil der Schinderhannes ihm sagte, er sei auf der Flucht vor den Franzosen und - was wohl ein noch gewichtigerer Grund gewesen sein dürfte - weil er eben sein Verwandter war

(Ab Sommer?) Herbst 1796:     
Während der zweiten Zeit in Bärenbach stahl der Schinderhannes mehrfach Schafe in der Gegend um Bärenbach und Kirn in Gemeinschaft mit dem Abdeckerknecht Johann Nikolaus Nagel von Weiden. Sie verkauften die Tiere an den Metzger Andres in Kirn.

Spätherbst 1796:   
Entdeckung der Diebstähle durch den Wasenmeister und ihre Anzeige bei den Behörden   

10. Dezember 1796:   
(Zweite) Verhaftung in Kirn   

11. Dezember 1796:   
Flucht aus dem Gefängnis von Kirn   

14. Dezember 1796:   
Steckbrief des "kürzlich aus dem Gefängnis entwichenen Johannes Pückler“   

Dezember 1796:   
Aufenthalt des Schinderhannes auf dem Eigner Hof beim Schwarzen Peter (Peter Petri) und dessen Familie        

Ende 1796 / Anfang 1797:   
Mit Jakob Fink erstmals nach Liebshausen - erste Kontakte zu den Hunsrück-Räubern um Philipp Mosebach   

Herbst 1799:        
Aufenthalt des Schinderhannes hauptsächlich in Sonnschied und Umgebung   

24./25. November 1799:        
Einbruch des Schinderhannes in Offenbach am Glan (Witwe Frenger)    
               
17. Dezember 1799:       
Raubüberfall auf der Landstraße beim Birkenhof

5. Januar 1800:        
Raubüberfall auf eine Kutsche bei Waldböckelheim (seine Opfer: Dr. Kannstadt, Gebrüder Reinach)

10. Januar 1800:        
Raubüberfall auf die Antesmühle (Michel Horbach) bei Schmidthachenbach

10./11. Januar 1800:        
Raubüberfall in Otzweiler, Ermordung von Peter Riegel
           
12. Januar 1800:        
Raubüberfall auf der Landstraße bei Henau     

Januar 1800:        
Erste Flucht auf das rechte Rheinufer
                                               
Februar 1800:        
Rückkehr aus dem Taunus in den Hunsrück in Begleitung von Katharina Pfeifer

Frühjahr 1800:        
Mordversuch (?) an dem Müller Jakob Römer von der Römermühle
                                                                 
12. März 1800:        
Raubüberfall auf der Landstraße bei Bergen    
13. März 1800:        
Mehrere Raubüberfälle auf der Landstraße in der Winterhauch südlich von Oberstein    

16. März 1800:        
Raubüberfall auf der Landstraße bei Neubrücke in Gemeinschaft mit Jakob Benedum von der  "Birkenfelder Bande“    

27. März 1800:        
Raubüberfall auf der Landstraße beim Steinerten Hof und Ermordung des Händlers Samuel Ely (zusammen mit Karl Benzel)   
                                                              
12. April 1800:        
Verhaftung von Karl Benzel auf dem Eigner Hof  durch den Gendarmen Adam;  Schinderhannes gelang die Flucht durch das Fenster  (seine Geliebte Katharina Pfeifer blieb ebenfalls auf dem Hof  zurück).

13. April 1800:        
Johannes Bückler lernte Margarethe und Juliane Bläsius aus Weierbach auf einer Tanzveranstaltung auf dem Wicken Hof kennen.

April 1800:         
Erpressung der jüdischen Gemeinde in Hundsbach   

21. April 1800:        
Raubüberfall auf der Landstraße bei Fischbach

April 1800:
Raubüberfall auf der Landstraße bei Wiesweiler   

Anfang Mai 1800:       
Johannes Bückler ließ Margarethe und Juliane Bläsius in den Dollbach-Wald beim Reidenbacher Hof bitten; Beginn der Beziehung mit Juliane Bläsius   

Mai 1800:        
Erpresserbrief in Argenschwang (von Johannes Bückler bestritten)
   
15. Mai 1800:        
Raubüberfall auf der Landstraße bei Rheinböllen    

Sommer 1800:        
Johannes Bückler wohnte zusammen mit Julia Bläsius mehrere Wochen in der Schmidtburg.

Sommer 1800:       
Treffen mit lokalen Honoratioren auf der Hotten-Mühle bei Lettweiler   

Mai/Juni 1800:        
Flintenkauf in Otzweiler   

3. Juni 1800:                               
Raubüberfall auf der Landstraße bei Niederhausen   

Juni/Juli 1800:        
Raubüberfall auf der Landstraße bei Schloßböckelheim
   
Juli 1800:        
Raubüberfall bzw. mehrfache Schutzgelderpressung auf der Asbacher Hütte   

Sommer 1800:        
Mehrfach Schutzgelderpressung bei Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Hottenbach   
                                                             
Sommer 1800:        
Mehrfach Schutzgelderpressung bei Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Weierbach   

Sommer/Herbst 1800:        
Mehrfach Erpressung der jüdischen Gemeinde in Merxheim   

12./13. August 1800:        
Raubüberfall auf ein Wohnhaus in Hottenbach (Wolf Wiener)   

Mitte/Ende August 1800:        
Längerer Unterschlupf auf dem Kallenfelser Hof; der Schinderhannes ließ für sich und seine Geliebte neue Kleider anfertigen.

September 1800:        
Räuberball in Griebelschied   

Spätsommer/Herbst 1800:         
Mehrfach Schutzgelderpressung bei Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Meddersheim   
November 1800:        
Eichhörnchenjagd beim Eigner Hof  (Flucht vor den Gendarmen)
   
November 1800:                        
(Mehrfach versuchte) Schutzgelderpressung auf der Gräfenbacher Hütte (von Philipp Peter Chelius, dem Verwalter der Hütte)   

November 1800:        
(Versuchter) Raubüberfall in Kirchenbollenbach (wohl versuchte Schutzgelderpressung?)    
13. November 1800:        
(Aus Schutzgelderpressung sich entwickelnder) Raubüberfall  auf ein Wohnhaus in Weierbach (Isaak Sender)
   
Winter 1800/1801:        
Mehrwöchiger Aufenthalt in der Hasenmühle im Taunus  
              
10. Januar 1801:        
Raubüberfall auf die Posthalterei in Würges

Januar 1801:        
Rückfahrt, den Rhein abwärts von Klein-Rohrheim nach Bingen   

28. Januar 1801:       
(Aus Schutzgelderpressung sich entwickelnder) Raubüberfall auf ein Wohnhaus in Merxheim (Jakob Bär)   

Frühjahr 1801:        
Nach dem Überfall in Merxheim erneut Flucht über den Rhein
  
April 1801:        
In Klein-Rohrheim trat zu Ostern Eva Maria Berg in den Dienst von Frau Krämerin Ofenloch (alias Julia Bläsius); in Klein-Rohrheim den Überfall in Laufersweiler geplant; Rückkehr über den Rhein   

13. April 1801:        
Raubüberfall auf ein Wohnhaus in Laufersweiler (Isaak Moses)   

Mai 1801:                                      
Raubüberfall bei Boos und Odernheim
   
Mai/Juni 1801:                           
Wieder Flucht über den Rhein   

Mai 1801:                                
Wirtshausschlägerei in Klein-Rohrheim; Tod des Mainzer Korporals Franz Kleb   

Juni 1801:        
Versuchter Raubüberfall auf ein Wohnhaus in Illingen

29. Juni 1801:        
Raubüberfall auf ein Wohnhaus in Ulmet   

Juni/Juli 1801:        
Flucht über den Rhein; Aufenthalt im Neckarraum und im Kraichgau
           
Juni/Juli 1801:       
Juliane Bläsius brachte in einem Wald  bei Bruchsal im Kraichgau ein Mädchen zur Welt, das jedoch bald starb.

Juli 1801:        
Raubüberfall auf ein Wohnhaus in Baiertal
            
Juli und August 1801:        
"Die große Flucht von Baiertal“
     


August 1801:                              
Rückkehr an die Nahe

August 1801:                              
Raubüberfall auf der Landstraße  bei Kirchenbollenbach   

4. September 1801:                    
Raubüberfall auf ein Wohnhaus in Sötern und die Ermordung des Mendel Löw
                
15. September 1801:                  
Raubüberfall auf ein Wohnhaus in Staudernheim (Jekuf und Seckel Löw)   

September/Oktober 1801:          
Flucht über den Rhein    

1. November 1801:                    
Raubüberfall auf ein Wohnhaus  in Erbes-Büdesheim (Salomon Benedict)   

November 1801:                        
Unmittelbar nach dem Überfall Flucht über den Rhein, aber nach kurzem Aufenthalt wieder zurück an den Glan
   
15. November 1801:                  
Raubüberfall auf ein Wohnhaus in Obermoschel (Elias Joel)
           
November/Dezember 1801:       
Während eines kurzen Streifzugs über den Rhein: Pferdediebstahl in Limbach   

November/Dezember 1801:       
Wieder Flucht über den Rhein und ein längeres Winterquartier in Münster  

Dezember 1801/Januar 1802:    
Pferdediebstahl auf der Hahnmühle,Flucht zurück über den Rhein bei Hamm   

14./15. Januar 1802:                   
Rückkehr an die Nahe, längerer Aufenthalt in Lettweiler, Raubüberfall auf ein Wohnhaus,   Kratzmühle bei Merxheim (Adam Kratzmann)

16. Januar 1802:                         
Raubüberfall (Erpressung) auf ein Wohnhaus  in Raumbach (Friedrich G. Müller)   

Januar/Februar 1802:                 
Pferdediebstahl in Sonnschied (Die Pferde wurden bei Hamm über den Rhein gebracht)

10. Februar 1802:                       
Raubüberfall auf ein Wohnhaus in Waldgrehweiler (Valentin Bernhard)   

12. Februar 1802:                       
Raubüberfall (bzw. Erpressung) auf dem Neudorfer Hof  (Heinrich Zürcher)   

18. Februar 1802:                       
Raubüberfall (bzw. Erpressung) in Rehborn  (Jakob Schweizer)   

Februar 1802:                             
Nach den Gelderpressungen wieder Flucht über den Rhein

20. März 1802:                           
Raubüberfall (bzw. Erpressung) auf dem Montforter Hof (Jakob Schowalter)   

März 1802:        
Nach dieser Gelderpressung erneut Flucht über den Rhein

April 1802:        
Die letzte Rückkehr in den Hunsrück (aus Furcht vor der Gendarmerie gelang aber kein einziger Raubüberfall mehr)

April (und Mai) 1802:        
Vergebliche Rettungsversuche des Salineninspektors Lichtenberger

April 1802:        
Die Räuberparade in Offenbach an der Nahe

April 1802:                                 
Pferdediebstahl in Hundsbach
   
April/Mai 1802:        
Gleich nach dem Pferdediebstahl erfolgte die letzte Flucht über den Rhein

Mai 1802:                                   
Die letzte Fahrt des Händlers Ofenloch und Gattin an die Lahn

Mai 1802:        
Zweimal Verhaftung in Wolfenhausen
                                                   
Mai 1802:        
Der Schinderhannes wurde kaiserlicher Soldat

Mai/Juni 1802:        
Denunziation und endgültige Verhaftung; erste Vernehmungen in Frankfurt am Main

15. Juni 1802:                             
Auslieferung von kaiserlicher Militär-Direktion und der Reichsstadt Frankfurt am Main an Frankreich    

Juni 1802 - November 1803:     
Haft in Mainz, Vernehmungen (Gefangenschaft im Mainzer Holzturm)

1. Oktober 1802:
Während ihrer Gefangenschaft im Mainzer Holzturm gebar Julchen Blasius, die Geliebte des Schinderhannes, einen Sohn, der Franz Wilhelm getauft wurde

24. Oktober 1802:                
Der Strafprozeß im ehemaligen kurfürstlichen Schloß begann.

20. November 1803:        
Das Gericht in Mainz verurteilte den Schinderhannes und 19 seiner Komplize zum Tod.
                                                            
21. November 1803:        
Hinrichtung vor den Toren von Mainz

3. Juli 1851:
Julchen Blasius, die Geliebte des Schinderhannes, starb in ihrem Heimatort Weierbach an Wassersucht

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